Fittings

Seit Jahrzehnten sind wir als Spezialist für Fittings bekannt und liefern unsere Qualitätsprodukte an unterschiedlichste Branchen, die primär Gewinderohre aus Stahl für industrielle Anwendungen verarbeiten.

Schwerpunkt sind DVGW-Zertifizierte Gewindefittings aus Temperguss nach EN 10242, die unter dem Markennamen HS Fittings vermarktet werden. Ergänzt wird das Sortiment um Stahlfittings (Rohrdoppelnippel) nach EN 10241. In beiden Produktsegmenten sind wir einer der marktführenden Anbieter.

Edelstahl-Gewindefittings in der Güte V4A runden das Gesamt-Sortiment ab und dienen dem Verbinden von Edelstahlrohren

Für die alternative Fügetechnik „Verschweißen“ von C-Stahlrohren haben wir ein Kernsortiment an Rohrbögen und Flanschen.

In der Haustechnik ist das Vorpressen der Rohre mit Pressfittings als Verbinder zwischenzeitlich die vorherrschende Verbindungstechnik bei Heizungs- und Sanitärinstallationen.

Fittings und nicht Fittinge

Bis zur Erfindung des Temperguss wurden die Verbindungsstücke immer geschmiedet. Das Verfahren zur Herstellung der Fittings durch den Temperguss wurde erst 1864 entwickelt. Die Fittings wurden, zu Beginn vorwiegend, für Gasleitungen eingesetzt, aber auch schon früh für Wasser- und Dampfleitungen. Kunststoff als Werkstoff für Fittings kam erst Mitte der 1950er-Jahre zur Marktreife. Im Jahr 1955 wurden auf einer Fachmesse erstmalig PVC Fittings vorgestellt.

Das Wort Fitting ist dem englischen entlehnt und heißt übersetzt Passstück, Verbindungsstück oder Formstück. Fittings gibt es aus rostfreiem Edelstahl, Temperguss, Messing, Rotguss, Kupfer und auch aus Kunststoff. Für Verschraubungen werden Fittings aus Kunststoff, Messing, Rotguss oder weißem Temperguss verwendet.

Der Temperguss

Der weiße Temperguss wird in oxidierender Gasatmosphäre geglüht. Dabei verbrennt Kohlenstoff aus Verbindungen in den Randbereichen des Gussstückes. Durch die Diffusion der Kohlenstoffatome entsteht in den Randbereichen ein rein ferritisches (Ferrum=Eisen) Gefüge. Der Gusseisenwerkstoff wird in bestimmten Grenzen geschmiedet. Das wird aus der englischen und amerikanischen Übersetzung von Temperguss sehr deutlich. Der Temperguss heißt in diesen Sprachen: Malleable Cast Iron, was zu Deutsch heißt: schmiedbares Gusseisen.

Stahlfittings

Rohrbogen

Temperguss

Flansch

Edelstahl

Pressfitting Edelstahl sowie C-Stahl

Pressfitting, Kupfer

Der Fitting für Rohrleitungen

Gerade Fittings im Rohrleitungsbau sind sehr beliebt zur Verbindung von geraden und gebogenen Rohrstücken untereinander. Rohrleitungsarmaturen lassen sich leichter installieren, Ventile oder Reinigungsöffnungen, Thermometer oder Manometer. Wurde Anfang der 80er-Jahre noch bei der Prüfung zum Lehrschweißer auch die Herstellung von 90 Grad Fittings aus Kupferrohr verlangt, überwiegt heute eindeutig die Zeitersparnis durch den Kauf fertiger Fittings. Manuell hergestellte Fittings verlangen handwerkliches Geschick und gute Kenntnisse von Material und Temperatur. Dazu wird das zu biegende Kupferrohr mit Sand gefüllt und so weit erhitzt, dass eine formtreue Biegung erzielt werden kann. Anschließend wird das Rohr zersägt und an den Enden aufgeweitet.

Die Funktion von Fittings

  • Für komplexe und weit verzweigte Rohrleitungssysteme werden Passstücke unterschiedlichster Materialien und Dimensionen angeboten.
  • Für gerade Verbindungen werden Kurz- oder Langmuffen, Doppelnippel und Kupplungen eingesetzt
  • Für einen Richtungswechsel Winkel oder Bögen
  • Für einen Durchmesserwechsel Reduzierstücke
  • Für Abzweige verwendet man T-Stücke (3 Arme) oder Kreuzungen (4 Arme)
  • Für die Verbindung von Einbauteilen eignen sich Flansche oder Nippel
  • Für die Verbindung verschiedener Materialien sind unterschiedliche Fittings einzusetzen, um Korrosionsschäden zu vermeiden.
    Beispiel: Bei den Verbindungen von Stahl und Kupferrohren werden üblicherweise Messing- oder Rotgussfittings verwendet

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Der Standard

Die Form und die Maße von Rohrleitung-Fittings werden durch Normen geregelt.

  • DIN = Deutsches Institut für Normierung
  • EN = Europäische Norm
  • ANSI = American National Standards Institute

Die Durchmesser der Durchströmungsöffnungen werden als Nennweiten angegeben (der innere Durchmesser des Rohres).

Für die Gas- und Wasserinstallation sollten die Rohre genauso wie die Fittings die Buchstabenfolge DVGW tragen. Hinter dem Kürzel verbirgt sich der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. Er ist der anerkannte Regelsetzer für die Gas- und Wasserwirtschaft.

Die Verbindungstechniken

In früheren Zeiten wurden Rohre durch Verschrauben, Schweißen der Löten miteinander verbunden. Das war sehr zeitintensiv und verlangte beim Löten oder Schweißen nicht nur ein gutes Auge, sondern auch manchmal einen Spiegel, um die Schweiß- oder Lötnaht überhaupt sehen zu können. Die heutigen Techniken, wie Stecken, Klemmen, Pressen und Kleben sind nicht nur schneller, sondern können auch in Bereichen ausgeführt werden, in denen Brandgefahr besteht.

Kupferlötfittings

Die zur Kapilarlötung angebotenen Kupferlötfittings unterliegen der DIN EN 1254 und sind, falls noch vorhanden, an jedem Rippenheizkörper in Altbauten anzutreffen.

Steckfittings

Die Steckverbindungen werden für Abwasserleitungen aus Keramik, Beton und HT- und KG-Rohren verwendet. Die Abkürzung KG-Rohr steht für Kanalgrundrohr. Sie sind orange-braun im Gegensatz zum grauen HT-Rohr (Hochtemperaturrohr). Das HT-Rohr verträgt Temperaturen bis 95 Grad. Für gewöhnlich gehört in die Nut ein Dichtring aus Gummi. Ein Einfetten des Gummis hilft beim Zusammenstecken enorm.

Pressfittings

Professionelle Heizungs- Sanitärbetriebe arbeiten heute fast ausschließlich mit Pressfittings. Mit speziellen Presszangen oder elektrischen Pressmaschinen werden Kupfer- Stahl oder Mehrschichtverbundrohre in einem Arbeitsgang verpresst.  Der Vorteil ist die Zeitersparnis, der Nachteil ist, die Formstücke sind relativ teuer.

Fittings mit M- und V-Kontur

Zur Verpressung von metallischen Rohren haben die Pressfittings an den Muffenenden einen sichtbaren Wulst, in dem von innen ein O-Ring zur Abdichtung eingelegt wird. Nach Einsatz der Radialpresse wird aus dem ursprünglichen kreisförmigen Querschnitt eine sechseckige Form. Entscheidend für die Lebensdauer des ganzen Systems ist die Haltbarkeit und Beschaffenheit des O-Rings. Deshalb gibt es für Heizungs-, Kühl- und Trinkwasseranlagen andere Dichtungsringe als für Solaranlagen, Gasinstallationen, dem Transport von Kohlenwasserstoffen und Druckleitungen.

Bei Fittings mit M-Kontur sitzt der Wulst am äußeren Ende des Fittings. Beim Verpressen wird die Wulst allseitig zusammengedrückt. Durch diesen Pressvorgang verformt sich der eingelegte O-Ring und legt sich ans eingeschobene Rohr an. Für eine zug- und drehfeste Verbindung zwischen Fitting und Rohr wird die Muffe neben dem Wulst umlaufend an mehreren Stellen eingeprägt. Bei Fittings mit V-Kontur sitzt die Wulst zur Aufnahme des O-Ringes vor dem Ende des Fittings. Die Muffe wird mithilfe des Presswerkzeuges umlaufend an mehreren Stellen vor und hinter dem Wulst eingeprägt. Auch das so verpresste Rohr ist dann dreh- und zugfest.

Pressfittings für PE (Polyethylen) – und Mehrschichtverbundrohre 

Um einer starken Verformung beim Pressvorgang vorzubeugen, werden Pressfittings für Kunststoffrohre mit Stützhülsen ausgestattet, um sie radial verpressen zu können.

Gewindefittings

Alle großen Firmen in Deutschland lassen ihre Gewindefittings in Asien fertigen. Rohrnippel, Anschweißnippel oder Blindstopfen werden aufgrund der niedrigen Herstellungskosten aus Fernost importiert. Gewindefittings aus Edelstahl werden im Feingussverfahren hergestellt. Die Gewindefittings für den europäischen Markt entsprechen der ISO7-1 Norm. Das heißt: Die Gewindemaße stimmen mit der internationalen Norm ISO7/1 überein. Für das neue Lehrensystem nach ISO7/1 gilt die DIN EN 10226-3. Dieses Rohrgewinde ist für eine im Gewinde dichtende Verbindung ausgelegt.

Schweißfittings

Gerade in der Lebensmittelindustrie werden Schweißfittings mit polierter Oberfläche installiert, um den Hygienerichtlinien zu entsprechen. Auch diese Fittings sind genormt und werden entweder aus nahtlosen oder aus geschweißten Edelstahlrohren geformt.

Die maximal erreichbaren Druckwerte von Pressfittinganlagen

Die Regeln für die Durchführung von Druckproben werden vom DVGW vorgegeben. Standardmäßig sind die Pressverbindungen bis zu 16 bar belastbar. Voraussetzung dafür ist ein gut gewartetes Presswerkzeug, perfekt geschmiert, frei von metallischen Rückständen und Verschmutzungen. Die Druckwiderstandsprüfungen werden bevorzugt mit Wasser durchgeführt, da andere Flüssigkeiten, wie Öl, einen Einfluss auf den O-Ring haben könnte. Einige Labore wollten es noch genauer wissen und haben unter strengsten Sicherheitskontrollen auch die Berstdruckwerte (der Druckwert, bei dem sich das korrekt verpresste Fitting vom Rohr löst) für verschiedene Rohrdurchmesser gemessen.

Edelstahl Pressfitting 

Rohrdurchmesser           Berstdruck

  •         12 mm                       200 Bar
  •         15 mm                       170 Bar
  •         18 mm                       130 Bar
  •         22 mm                       170 Bar
  •        108 mm                        50 Bar

An den gemessenen Werten kann abgelesen werden, dass bei allen Standardanwendungen eines Pressfittingsystems der garantierte Maximaldruck von 16 bar ein Höchstmaß an Sicherheit bietet und in einem Katastrophenfall um ein Vielfaches ansteigen müsste, bevor es zu einer Berstung des Rohrleitungssystems kommt. Gerade für Heizungs- und Sanitäranlagen ist das Pressfittingsystem, was den Zeitfaktor betrifft, eine echte Bereicherung und in Zeiten steigernder Lohnkosten fast schon alternativlos.